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Griechischen Landschildkröten muss auch in menschlicher Obhut der klimatische Jahresrhythmus geboten werden, dem die Tiere in ihrer Heimat ausgesetzt sind. Die Winterstarre dient den Tieren als Ruhephase in der kalten Jahreszeit und hilft dabei mit, dass es bei ihnen zur zeitgerechten Entwicklung von Spermien und Eizellen kommt, wodurch die Zucht in unserer Obhut erst möglich wird!
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Man spricht bei wechselwarmen Tieren von der sogenannten Winterstarre (Hibernation), da die Lebensfunktionen bei ihnen auf Grund der sinkenden Temperaturen auf ein Minimum reduziert werden. Wie auch in ihrem natürlichen Habitat, wo die Sonnenstunden in der kalten Jahreszeit abnehmen und die Temperaturen sinken sind die Tiere langsam auf die bevorstehende Winterstarre vorzubereiten. Bei einer ganzjährigen Freilandhaltung ist dies kein Problem, da sich die Tiere im Freigehege selbst auf die Winterstarre vorbereiten.
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Werden die Tiere jedoch in einem Übergangsterrarium gehalten, da ihnen keine ganzjährige Freilandhaltung ermöglicht werden kann oder eine Überwinterung im Freien unmöglich ist, sind einige Vorkehrungen zu treffen.
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Vorbereitung
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Wie bereits erwähnt spielen bei wechselwarmen Tieren Licht und Wärme zur Regulierung ihres Stoffwechsels eine bedeutende Rolle. Um nun den Stoffwechsel der Tiere herunterzufahren, um sie auf die Winterstarre vorzubereiten ist es demnach notwendig die Lichtstunden, welche die Tageslängen simulieren, und die Temperatur langsam zu senken. Die Schildkröten nehmen bei abnehmender Tageslänge und Lichtintensität weniger Nahrung zu sich und stellen schließlich bei kühlerem “Wetter” die Nahrungsaufnahme komplett ein.
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Die Temperaturregelung sollte Anfang Oktober in etwa nach folgendem Muster ablaufen:
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1. Woche
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Der Wärmestrahler ist noch 5 Stunden angeschaltet
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Die Umgebungstemperatur beträgt tagsüber 20°C und nachts 12°C
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2. Woche
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Der Wärmestrahler ist noch 4 Stunden angeschaltet
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Die Umgebungstemperatur beträgt tagsüber 17°C und nachts 10°C
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3. Woche
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Der Wärmestrahler ist noch 3 Stunden angeschaltet
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Die Umgebungstemperatur beträgt tagsüber 14°C und nachts 8°C
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4. Woche
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Der Wärmestrahler ist noch 2 Stunden angeschaltet
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Die Umgebungstemperatur beträgt tagsüber 10°C und nachts 6°C
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Foto: rotholl.at
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Zusätzlich können Sie die Tiere 1 mal wöchentlich von Beginn an etwa 5 min. in lauwarmem Wasser baden. Somit können sie ihren Wasserspeicher für die lange bevorstehende Zeit noch einmal auffüllen und gleichzeitig hilft es ihnen ihren Darm teilweise zu entleeren. Eine völlige Entleerung des Darms ist laut Literatur nicht mehr notwendig.
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Voraussetzung für eine solche künstliche Simulation des Winteranfangs ist natürlich ein ausreichend kalter Raum (z.B. kühler Kellerraum) um mit den Temperaturen entsprechend runter gehen zu können!
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Mit der Vorbereitung auf die Winterstarre beginnt auch der Zeitpunkt, zu dem alle Tiere optisch noch einmal genau überprüft werden, um etwaige Verletzungen oder Krankheiten nach Möglichkeit noch vor der Winterstarre zu erkennen. Kranke und geschwächte Tiere dürfen nicht eingewintert werden. Sie sind im Zimmerterrarium weiter warm zu halten und nach der Genesung erst später in die Winterstarre zu bringen.
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Geeigneter Überwinterungsplatz
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Nachdem die Schildkröten jetzt auf die Winterstarre vorbereitet wurden, müssen sie zunächst in ein geeignetes Behältnis zur Überwinterung umgesetzt werden. Das kann eine Holzkiste, eine Plastikkiste oder auch ein geflochtener Holzkorb sein. Wichtig ist nur das Luftlöcher im Behältnis vorhanden sind, damit die Luft zirkulieren kann, ein Austausch von frischer Luft stattfinden kann und somit auch keine Gefahr besteht, dass sich in der Box Staunässe bildet.
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Diese Überwinterungsbox gilt es nun mit einem feuchten (nicht nassem) Gemisch aus Kokosfasersubstrat und Floraton 3 zu füllen. Es würde jedoch auch mit ganz normaler Gartenerde gehen. Die Schildkröte sollte sich vollständig darin eingraben können. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu viele Tiere in eine Box packen, da sie sich während der Starre gegenseitig stören könnten oder schlimmstenfalls beim Tod einer Schildkröte, die anderen sich nicht an ihr vergiften können! (wovon bei einer ausgiebigen Vorbereitung nicht auszugehen ist!)
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Die Tiere graben sich automatisch in das, bereits seit mehreren Tagen im Kühlschrank vorgekühlte, Substratgemisch ein. Füllen Sie den Rest der Box mit feuchtem Buchenlaub auf, dieses verrottet und schimmelt nicht schnell. Jetzt sind die Tiere ordentlich eingewintert und können an ihren Überwinterungsort verbracht werden. Die ideale Überwinterungstemperatur liegt zwischen 4° - 6°C. Diese sollte weder über- noch unterschritten werden, auf eine konstante Temperatur in diesem Bereich ist also zu achten. Ratsam ist es auch die Boxen noch mit einem Gitter zu verschließen, falls doch unerwartet ein Tier wach werden und aus der Box heraus möchte.
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Der häufigste Grund weshalb Schildkröten geschwächt oder gar tot aus dem Winterschlaf geholt werden ist eine zu trockene Überwinterung. Das Substrat muss also stets feucht (keinesfalls nass!) gehalten werden. Dies lässt sich leicht mit einem feuchten Handtuch, das man über die Box legt, regeln.
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Der Überwinterungsplatz kann wie bereits erwähnt, ein kühler Kellerraum, ein Gartenhaus, eine Garage oder auch ein Kühlschrank darstellen, wichtig ist eben nur, dass die Tiere vor Frost geschützt sind und der Temperaturbereich eingehalten werden kann. Außerdem müssen die Schildkröten wenn sie im Gartenhaus oder der Garage verbleiben vor Nagern und Fressfeinden geschützt untergebracht werden.
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Wir überwintern unsere Schildkröten mit Hilfe der Kühlschrankmethode, sie hat sich bei uns gut bewährt und stellt eine optimale Überwinterung dar.
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Kühlschrankmethode
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Bei der Kühlschrankmethode werden die Schildkröten samt ihren Überwinterungsboxen in den Kühlschrank gegeben. Mit Hilfe von Thermometern mit Temperaturfühlern kann man die genaue Temperatur im Substrat messen. Sie sollte idealer Weise bei 5°C liegen. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich wie bereits beschrieben mit einem feuchten Handtuch oder einer Sprühflasche gut regulieren. (nicht zu trocken aber auch nicht zu feucht, Mittelwert!)
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Der Kühlschrank sollte 2-3 mal in der Woche für ca. 30 sec. geöffnet werden, damit der Luftaustausch stattfinden kann. Außerdem haben wir unseren Kühlschrank über einen UT100 (Universalthermostat) angeschlossen. Dieser schaltet den Kühlschrank bei Unterschreitung einer gewissen Temperatur ab, sodass die Tiere nicht erfrieren können.
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