Ernährung

Bei der Fütterung von Landschildkröten werden vermutlich die meisten Fehler gemacht. Oftmals wird den Tieren unbewusst ungeeignetes Futter angeboten, was zu schwerwiegenden Folgen, wie Krankheiten, Parasitenbefall und bis hin zum Tod der Tiere führen kann.

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Bei der richtigen Fütterung der Tiere ist auf die in der Nahrung enthaltenen Rohfette, Rohproteine und vor allem auf den Rohfaseranteil zu achten. Dabei sollte man ebenfalls auf ein ausgewogenes Kalzium-Phosphor-Ver- hältnis großen Wert legen. Im natürlichen Habitat der Landschildkröte be- wegt sich der Rohfaseranteil in der Trockensubstanz pflanzlicher Nahrung zwischen 10 % und 40 %. Daher sollte bei der Fütterung ein Rohfaseranteil von mindestens 10 % und bestenfalls 30 % oder 40 % angestrebt werden.

Mineralien und Vitamine

Kalzium und Phosphor sind lebensnotwendig. Kalzium ist im Organismus unter anderem an der Blutgerinnung und an einigen Enzymaktivitäten beteiligt.

Kalzium ist unentbehrlich für die Erregbarkeit von Nervenfasern und auch bei der Skelettstruktur und bei Muskelbewe- gungen maßgeblich von Bedeutung. Aus diesem Grund sollte es den Tieren jederzeit möglich sein sich mit Kalzium versorgen zu können. Hierzu eignen sich sehr gut Sepiaschalen (harte Seite entfernen) oder auch abgekochte, zer-   stoßene Schalen von Hühnereiern. Auf ein Bestreuen der Nahrung mit Mineralstoffpräparaten ist abzuraten, da es sonst schnell zu einer Überdosierung kommen kann. Außerdem beugt das Scharben an einer Sepiaschale dem sog. Papageienschnabel vor.

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Phosphor dagegen ist außer in den Knochen auch in vielen organischen Verbindungen zu finden, wie zum Beispiel in Nukleinsäuren, Eiweißen und Enzymen. Gleichzeitig dient Phosphor innerhalb des Organismus auch als Energieträger und -speicher.

Das richtige Kalzium- Phosphor Verhältnis der Nahrung europäischer Landschildkröten sollte bei 2:1 liegen. Da dies für den Laien allerdings schwer festzustellen ist, finden Sie geeignete Futterpflanzen HIER.

Bei der Verfütterung von Wildkräutern, frischem Heu und den geeigneten Futterpflanzen kombiniert mit Freilandhaltung, entsteht bei einer gesunden Schildkröte kein Vitaminmangel. Somit ist es völlig unnötig den Tieren zusätzliche Vitaminpräparate unter das Futter zu mischen. Es ist bekannt, dass mehr Schildkröten an einer Überdosierung von Vitaminen verenden, als an einem Vitaminmangel. Ein sehr wichtiges Vitamin für unsere Landschildkröten ist das Vitamin D3, welches der Organismus unserer Schildkröten in Verbindung mit ungefiltertem Sonnenlicht selbst produzieren kann.

Hauptfutter

Das Hauptfutter sollte hauptsächlich bestehen aus:

Beifutter

Als Beifutter sollte zusätzlich angeboten werden:

  • Stets frisches Wiesenheu / Heu aufgrund seines hohen Rohfaseranteils.
  • Alternativ: Heupellets der Firma Agrobs (nur diese sind für unsere Landschildkröten sehr gut geeignet)
  • wenn Salate dann: Romana, Endivien, Rucola, Eichblatt, Lollo Rosso, Radicchio, Riesenlöwenzahn. Bitte jedoch  kein Kopfsalat verfüttern aufgrund seiner meist hohen Pestizidbelastung.
  • Eisberg- und Feldsalat sollte aufgrund seines negativen Kalzium-Phosphorverhältnisses nicht verfüttert werden
  • Sepiaschalen, Muschelgrit oder abgekochte, zerstoßene Schalen von Hühnereiern

www.agrobs.de

Grundsätzlich sollte jedoch weitestgehend auf die Fütterung von Salat verzichtet werden. Geeigneter ist beispielsweise selbst hergestelltes Trockenfutter, das im Frühjahr gesammelt und getrocknet werden kann. Trocknen kann man die Wildkräuter ganz gut in einem,  Kartoffelsack, der zum Trocknen aufgehängt wird.

Tipp:

Falls einige Ihrer Tiere die Heupellets von Agrobs zuerst nicht annehmen, vermischen Sie es einfach mit ihrem Hauptfutter. Nach kürzester Zeit gewöhnen sich Ihre Tiere an den neuen Geschmack und werden es später ganz ohne Hauptfutter fressen. Wichtig: Die Agrobs vorher immer ausreichend aufweichen lassen. Mit heißem Wasser weicht auch der härteste Pellet auf.

Weitere hilfreiche Informationen und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier:

www.agrobs.de

www.schildifutter.de

www.samenkiste.de

www.terrafun.de

Einige Schnappschüsse beim Fressen

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Hier sieht man eine unserer Kleinen beim Fressen eines Löwenzahns. Die frisch gesammelten Wildkräuter am besten vor dem Verfüttern mit klarem Wasser abspülen.

Zur kälteren Jahreszeit darf es auch einmal ein Blatt Salat sein.

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Hier eine Agobs-Salat-Mischung, die sehr gerne aufgenommen wird und der langsamen Gewöhnung an Agrobs dient.

Wasser

Als Trink- und Bademöglichkeit sollte sowohl im Terrarium/Frühbeet als auch im Freilandgehege immer frisches Wasser zur Verfügung stehen. Dabei ist zu beachten, dass die Tiere die Wasserstelle jederzeit ohne Probleme aufsuchen und verlassen können. Hierzu dient eine in den Boden gesenkte Wasserschale. Die Tiefe des Wassers sollte den Tieren angemessen sein, sodass niemals die Gefahr des Ertrinkens bestehen kann. Durch Hineingeben einiger Kieselsteine kann die Wasserschale so gefüllt werden, dass auch die Kleineren gefahrlos trinken können.

Absolut ungeeignetes Futter

Folgende Nahrungsmittel sollten keinesfalls verfüttert werden:

Tränke

  • Fleischprodukte, wie z.B. Hunde- und Katzenfutter
  • Obst/Gemüse
  • Getreideprodukte, wie z.B. in Milch aufgeweichte Haferflocken
  • Futtersticks, Pellets
  • Vitamin- oder Aufbaupräparate

 

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